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Zweiter Offener Brief an den Präsidenten der Bundesnetzagentur

Zweiter offenen Brief an den Präsidenten der Bundesnetzagentur als Antwort auf die dürftige Antwort der Bundesnetzagentur zum Thema

Versteigerung der Frequenzen für 5G  -
Elektrosensible Menschen sind auf Erhalt von funkfreien Schutzzonen angewiesen

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Pressemitteilung

Deutschland im Dilemma Wirtschaftsrezession wegen Funkausbau nicht aufzuhalten

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offener Brief an den Bundesrat

Mit der Bitte, wie selbst vorgeschlagen, die gesetzlichen Vorgaben in regelmäßigen Abständen zu überprüfen.

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Erfahrungsberichte

Wir haben die ersten Berichte Online gestellt.

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Stromzähler

Aktuelle Information zu den smarten Stromzählern

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Arbeitswelt

Neuer Themenschwerpunkt: Arbeitswelt

Jobsuche und Fragen zur heutigen Arbeitswelt

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Termine Verein

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Termine Berlin

Mit freundlicher Unterstützung:

Letzte Petitionen

Verbot des 5G-Netzes im Freistaat Bayern

Verbot des 5G-Netzes im Freistaat Bayern

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Kein 5G in München

Petition an den Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger

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STOP 5G Test & Ausbau in Kreis Viersen

Petition an den Petitionsausschuss des Deutscher Bundestag.

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FÜR EINE SICHERE MOBILFUNKTECHNOLOGIE UND GEGEN 5G IN LEIPZIG

Petition an den Oberbürgermeister Burkhard Jung in Leipzig

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Mein Weg zur vollen Erwerbsminderungsrente bei Elektrohypersensibilität

19 Jahre arbeitete ich mit großer Zufriedenheit und Spaß an der Arbeit in einer Kinderklinik. Im Jahr 2011 bezog mein Arbeitgeber eine neu erbaute  Klinik und mit dem ersten Tag am neuen Arbeitsplatz begann meins Odyssee….Ich kannte die Symptome bereits aus vorangegangenen Erfahrungen in W-Lan Netzen. Kopfschmerzen, Tinnitus, rote brennende Augen, Konzentrationsmangel traten jedes Mal auf, wenn ich mich ca. 1-1,5 Stunden am Arbeitsplatz befand.

Relativ schnell suchte ich das Gespräch mit meiner Pflegedienstleitung und meinem Oberarzt. Glücklicherweise hatte er eine umweltmedizinische Weiterbildung, und ihm war mein gesundheitliches Problem nicht unbekannt. Er riet mir, die Berufsgenossenschaft einzuschalten. Ein Mitarbeiter kam und sagte, dass EHS leider keine anerkannte Berufserkrankung sei und er mir deshalb leider nicht weiterhelfen könne.

Kurz darauf schloss ich mich einer Selbsthilfegruppe in Bremen an und lernte viel dazu. Ich kaufte mir ein Messgerät, um zu schauen, was es am neuen Arbeitsplatz war, was mir so zu schaffen machte. Schnell identifizierte ich die dect- Telefonanlage des Krankenhauses und machte mich wieder auf die Suche, wie ich Linderung erhalten könne. Ich stoß auf einen Baubiologen, der dect-Sender abschirmen konnte, um die Funkleistung zu reduzieren. Um die Kosten möglichst klein zu halten, empfahl mein Arbeitgeber mir einen „Antrag auf Abschirmung“ an die Rentenversicherung zu stellen. Trotz Widerspruch lehnte die RV leider ab….Mein Arbeitgeber übernahm glücklicherweise die Kosten. Leider scheiterte der Versuch die dect- Sender abzuschirmen. Wir konnten nicht so viel abschirmen, wie mir gut getan hätte, denn die Telefonie des Hauses brach leider zusammen….

Also reduzierte ich meine halbe Stelle auf eine geringfügige Beschäftigung, um nicht kündigen zu müssen. Ich hing sehr an meinem Job.  Nach 2 Jahren entschloss ich mich zu einer berufsbegleitenden Weiterbildung und stellte wiederum einen Antrag bei der RV auf Umschulung. Auch dieser Antrag wurde abgelehnt. Das war zwar zuerst traurig für mich, letztendlich war es  nicht weiter schlimm, da ich die berufsbegleitende Weiterbildung aufgrund von kabelloser Techniken nach 3 Wochen abbrechen musste.

Je länger ich an meinem Arbeitsplatz war, desto kranker wurde ich: häufige Infekte, Episoden von Schlaflosigkeit, Rückenprobleme und völlige Erschöpfung traten auf. Ich kam zu dem Punkt, dass nichts mehr ging. Ich ließ mich bei meinem Betriebsarzt, beim Arbeitsamt, bei einem Anwalt, bei meinen Ärzten und beim Sozialverband Deutschland beraten. Mein Betriebsarzt sagte, dass ich  einen Rentenantrag stellen sollte, alle anderen teilten mir mit, dass ich mit EHS keine Chance auf eine Rente hätte.

Ich wollte es trotzdem versuchen, da ich keinen anderen Ausweg sah und mit fortschreitender Digitalisierung auch keine Chance auf einen anderen Arbeitsplatz hatte.
Zu meinem Glück hatte auch mein Neurologe eine umweltmedizinische Weiterbildung. Er kannte mich seit 8 Jahren und hat mich auch bei den anderen beiden Anträgen bei der RV unterstützt. Für ihn schrieb ich eine chronologische

Auflistung, was wann passiert war:

  • Abitur, Ausbildung, Studium, 19 Jahre Erwerbstätigkeit jenseits der Digitalisierung problemlos durchgeführt.
  • Wann war die BG da, wann habe ich Stunden reduziert, wann war der Baubiologe zum Abschirmen da, wann stellte ich Anträge an die RV usw.

Daraus formulierte er sein Gutachten. Es wurde rein umweltmedizinisch argumentiert. So reichte ich im Oktober 2017 meinen Antrag auf voller Erwerbsminderungsrente ein. Es folgte einiger Papierkrieg und ich hatte viel damit zu tun. Im Januar 2018 musste ich mich einem neurologischen Gutachten unterziehen. Zu diesem Zeitpunkt ging es mir körperlich sehr schlecht. Rückenprobleme und ein gereizter Ischias- Nerv schränkten mich körperlich ein, Schlaflosigkeit , Erschöpfung und völlige Ausweglosigkeit kamen hinzu. Der Neurologe war nett, freundlich und wir unterhielten und 3.5 Stunden! Ich erklärte ihm meine Beobachtungen und Zusammenhänge mit den EM-Felden und hatte das Gefühl, dass er mich verstand. Es dauerte dann noch 8 Monate bis ich eine Bewilligung der Rente für 1,5 Jahre in der Post hatte. Ich freute mich. Ich hatte es geschafft und war neugierig, wie der Gutachter zu dem Entschluss kam, dass ich nicht erwerbsfähig sei. (Ich war es zu dem Zeitpunkt des Gutachtens in keinster Weise und das hatte er registriert). Ich forderte das Gutachten bei der RV an. Die Diagnosestellung des Gutachters frustrierte und schockierte mich!! Diagnosen: schwere psychische Erkrankung, Wahrnehmungsstörung,  eine mögliche Sensitivität auf EMF mag vorhanden sein…

Über diese Diagnosen kann man jetzt spekulieren. Fakt ist, dass mich der Gutachter mit der Diagnose eines „sick building syndroms“ und „EHS“ nicht in Rente hätte schicken können. Diese Diagnosen stehen im ICD 10 Schlüssel der Krankenkassen unter „Z-Ziffern“. Um in Rente zu gehen, benötigt man ein „F oder G“ im Kodierungsschlüssel der Diagnose.  Da bleiben letztlich nur die psycho- Diagnosen. So erklärte es mir mein behandelnder Neurologe. Es war zwar niederschmetternd- letztlich war es mir dann egal, denn ich war am Ziel. Als ich 10 Monate später die Verlängerung der Rente mit meinem Neurologen beantragte, argumentierten wir wieder rein umweltmedizinisch. Ich schrieb eine persönliche Stellungnahme zum Gutachten und legte dem Antrag Materialien des „Vereins für Mobilfunkgeschädigte und Elektrosensible“ hinzu.  Dieses Mal bekam ich eine Bewilligung der Rente innerhalb von 3 Wochen. Kein Gutachter, kein Gerichtsverfahren, kein  Papierkrieg mehr. Ich bin happy!!!

Ich wollte diesen Weg gehen, da ich auf dem Arbeitsmarkt keine Chance gesehen habe. Ich wollte den Weg aber auch als Vorreiter für alle anderen Elektrosensiblen gehen. Die Behörden sollten sich mit meinem Fall beschäftigen und aufmerksam werden. Es werden mit zwangsläufig noch einige Betroffene folgen…

Zusammenfassend lässt sich festhalten:

  • Es ist günstig , sich Messgeräte zu kaufen, um es den Mitmenschen beweisen zu können
  • sich einen guten Facharzt suchen (Umweltmediziner oder Neurologe haben bei der RV mehr Gewichtung als ein Hausarzt)
  • Anträge an die RV stellen. Alles versuchen, um den Arbeitsplatz zu erhalten!!!
  • Protokoll für sich selber führen: was war wann?
  • Krankmeldungen sammeln.
  • Nicht kündigen!!! Sonst bekommt niemand von dem Schicksal der Umweltkranken mit und man ist finanziell nicht abgesichert
  • Offen und ehrlich mit der Krankheit umgehen. Freundlich, sachlich argumentieren. Damit bin ich immer gut gefahren